Katrin Oellers | Miriam Müller



Wenn Sie sich für eine Beleggeburt mit uns entscheiden, so findet diese
im eigenen Kreißsaal des St. Vinzenz-Hospital in Köln Nippes oder im
Ev. Krankenhaus Köln Kalk statt.

Ab der 36. Schwangerschaftswoche sind wir als Beleghebammen Tag
und Nacht 24 Stunden für Sie erreichbar. Für die Rufbereitschaft fällt einmalig ein Eigenanteil von 300 Euro an (ab Januar 2011: 400 Euro).

Mit Beginn der ersten Wehen begleiten wir Sie und stehen Ihnen
kontinuierlich zur Seite. Wir hören die Herztöne Ihres Kindes und beurteilen
den Geburtsfortschritt. Dabei ist es uns wichtig, mit Ihnen gemeinsam einen Rahmen und eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, in der Sie sich wohlfühlen.

Wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht, bleiben wir – solange
Sie sich wohlfühlen – in der Eröffnungsphase mit Ihnen zu Hause und fahren dann in Ruhe zur Geburt Ihres Kindes in die Klinik. Dort unterstützen wir Sie
bei der Wehenatmung, sich in den Wehenpausen zu erholen und eine Position zu finden, in der Sie Ihr Kind gut gebären können. Vielfältige Möglichkeiten wie Badewanne, Gebärhocker und Gebärinsel stehen Ihnen zur Verfügung. Sie erleben keinen Schichtwechsel, wie er sonst in Krankenhäusern üblich ist.

Auch ambulante Entbindungen mit sofort anschließender Wochenbett-betreuung zu Hause sind möglich.

Falls diese Form der Geburtsbegleitung interessant für Sie ist, vereinbaren Sie frühzeitig einen Termin mit uns, damit wir uns schon während der Schwangerschaft kennenlernen und so eine vertrauensvolle Basis schaffen können.

Hausgeburt


- Dort, wo man sich am wohlsten fühlt, ist der beste Ort, um loszulassen. -


Die Geburt eines Kindes ist ein natürlicher Vorgang. Bei einem normalen Verlauf sind keine medizinischen Eingriffe oder Unterstützung durch Medikamente erforderlich.
Wenn Sie sich für eine Hausgeburt entscheiden, entscheiden Sie sich auch dafür, Ihre Geburt in Eigenverantwortung und Selbstbestimmung in Ihrer vertrauten Umgebung mit Hilfe einer kompetenten und Ihnen vertrauten Hebamme selbst zu gestalten.

Wer kann zu Hause gebären?

Zu Hause können Frauen gebären,
• deren Schwangerschaft normal verläuft und eine spontane Geburt
erwarten lässt
• die keine schweren Allgemeinerkrankungen haben
• die keine Komplikationen bei Fehlgeburten oder
Schwangerschaftsabbrüchen hatten
• bei denen keine Zwillingsschwangerschaft oder Beckenendlage
besteht
• die sich dafür innerlich bereit fühlen

Während der Schwangerschaftsvorsorgen, Aufklärungs- und Beratungsgespräche haben Sie die Möglichkeit uns Hebammen kennen zu lernen. Wir besuchen Sie zu Hause, um mit Ihnen die Vorbereitung ihres gewählten Geburtsortes zu besprechen.
Jedes Kind hat seinen individuellen Geburtstermin. Nur wenige werden zum errechneten Termin (E.T.) geboren.
Eine Hausgeburt kann nur innerhalb von drei Wochen vor bis 14 Tage nach dem E.T. stattfinden. Nach Absprache auch vier Wochen vor dem E.T.
Wenn die Geburt beginnt, rufen Sie auf unser sog. Bereitschaftshandy an. Die bereitschafthabende Hebamme klärt mit Ihnen im Telefonat die Situation und kommt dann bei Bedarf zu Ihnen und bringt all das mit, was sie zur professionellen Betreuung einer Geburt benötigt.

Der werdende Vater kann sich in der gewohnten Umgebung leichter auf seine Rolle als Geburtsbegleiter einstellen und ist für uns Hebammen ein wichtiger Partner in der Betreuungsarbeit.

Zum Ende der Geburt kommt eine zweite Hebamme dazu. Wir bleiben bei Ihnen, bis das Kind geboren ist und das allererste Kennenlernen stattgefunden hat. Nach Abschluss der notwendigen Untersuchungen und Kontrollen bei Mutter und Kind (wie z.B. Erstuntersuchung des Neugeborenen), packen wir Hebammen unsere Sachen und Sie können in Ruhe da bleiben, wo Sie sind - Zuhause.

Wir betreuen Sie emotional, menschlich und medizinisch. Wir helfen Ihnen vorrangig, in dem wir Ihnen Sicherheit vermitteln und Zuspruch geben, Sie ermutigen und trösten. Diese einfach anmutenden zwischenmenschlichen Mittel fördern den natürlichen Geburtsprozeß in großem Maße. Im heutigen Klinikalltag, einhergehend mit der hohen Belastung der Geburtshelfer durch Personaleinsparungen, ist gerade dieser Mangel an Betreuung häufig die Ursache für einen massiven Eingriff. Sie müssen Ihre Hebamme/n nicht mit anderen Frauen teilen. So sehen wir unsere Rolle vor allem darin, Ihre persönliche Intuition für das günstigste Handeln im Geburtsprozeß zu unterstützen( die jeweils besten Positionen und Bewegungen, die für Sie effektivste Atmung zu finden, auch die Wahl, ob Sie z. Bsp. lieber im Wasser sein möchten, etc.). Sollten weitere Hilfen nötig sein, gibt es eine Anzahl von Möglichkeiten wie physikalische Methoden, Naturheilkunde, Homöopathie oder Akupunktur, die je nach Situation eingesetzt werden können. Unser höchstes Ziel lautet: gesunde Mutter, gesundes Kind. Deshalb hören wir in bestimmten Zeitintervallen mit modernsten Geräten die Herztöne Ihres Kindes ab, um sicherzustellen, dass es ihm gutgeht. Zudem bringen wir zu jeder Geburt unsere Notfallausrüstung mit, die z. Bsp. Sauerstoffgerät, Infusionen und Notfallmedikamente enthält.

Durch die kontinuierliche Anwesenheit und Betreuung von mindestens einer Hebamme, kann die in der Klinik eingesetzte, extreme technische Überwachung ohne Sicherheitsverluste ersetzt werden.
Im Falle kindlich auffälliger Herztöne oder anderer Komplikationen fahren wir gemeinsam in die Klinik. Die meisten Verlegungen sind sogenannte Verlegungen in Ruhe, d.h. der Geburtsverlauf läßt erkennen, dass schulmedizinische Methoden zur Unterstützung gebraucht werden. Wir packen dann in aller Ruhe zusammen und fahren mit dem Privat-PKW in die Klinik. Auch hier ( Nippes oder Kalk) betreuen wir Sie weiter. Richtige Notfallverlegungen, bei denen es um Zeit geht, sind sehr selten. In und um Köln ist es überall möglich, innerhalb einer adäquaten Zeitspanne ein geburtshilfliches Krankenhaus zu erreichen. Die ersten notfallgemäßen Maßnahmen werden von uns schon zu Hause vor Eintreffen der Rettungskräfte ergriffen. Das Krankenhaus wird derweil durch die 2. Hebamme informiert und kann die dann notwendigen Vorbereitungen bereits während unserer Anfahrt treffen, so dass der Zeitverlust durch den Transport minimiert wird. Auch nach Verlegungen werden die meisten Babys auf normalem Wege und gesund geboren.

Die Geburt eines Kindes ist ein äußerst intimes Geschehen. Sie entscheiden, wer bei Ihrer Geburt dabei ist.

Die Vorteile der Hausgeburt liegen auf der Hand: Kontinuierliche 1:1-Betreuung durch eine vertraute Hebamme, kein Betreuungswechsel unter der Geburt, keine Routine-Maßnahmen, kindliche Herztonüberwachung (Doptone), Ruhe und Zurückgezogenheit, vertraute Umgebung, angenehmes Licht, Selbstbestimmung und Geborgenheit zugleich. Das hohe Maß an Sicherheit ist dabei laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) dem der Klinik ebenbürtig:

Die Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG e.V.) dokumentiert seit 1997 die Qualität der Versogung in Deutschland bei Geburten in der häuslichen Umgebung, im Geburtshaus oder in Hebammenpraxen. In regelmäßigen Qualitätsberichten veröffentlicht QUAG aktuelle Zahlen und Fakten zu diesem Thema. Die jüngsten Testergebnisse belegen: Die außerklinische Geburt ist sicher.

Die wichtigsten Ergebnisse:

• Die Hebammen schätzten die möglichen Geburtsrisiken überwiegend richtig ein und leiteten im (seltenen) Notfall rasch Maßnahmen ein.
• Die Beziehung zur Hebamme wurde während der Schwangerschaft intensiv gepflegt. Jede zweite Schwangere hatte (ohne Einberechnung der Geburtsvorbereitungskurse) 6 bis 10 persönliche Kontakte zu ihrer Hebamme.
• Ein wesentliches Kriterium für die Wahl des Geburtsortes war für 74 Prozent der Frauen die vertraute Hebamme, gefolgt von dem Wunsch nach Selbstbestimmung mit 68 Prozent.
• Jede dritte Frau gebar ihr erstes Kind zu Hause oder in einem Geburts-haus. Das zeigt: Auch für Erstgebärende ist die außerklinische Geburt sicher.
• 31 Prozent aller Erstgebärenden waren über 35 Jahre alt.
• 90 Prozent aller Erstgebärenden hatten eine Spontangeburt
• 83,6 Prozent der Erstgebärenden und 95,6 Prozent der Mehrgebärenden benötigten während der Geburt keine Analgetika (Schmerzmittel) oder Spasmolytika (Mittel zum Entkrampfen).
• In 12,5 Prozent aller Fälle war während der Geburt eine Verlegung in die Klinik notwendig. Der häufigste Grund dafür war ein Stillstand in der Eröffnungsphase der Geburt. Nur 1,0 Prozent aller Geburten wurden eilig verlegt.
• 91,3 Prozent der Verlegungen wurden in Ruhe durchgeführt, häufig im Privatauto. Die restlichen 8,7 Prozent wurden m Krankenwagen transportiert.
• In die Klinik wurde die Gebärende grundsätzlich von der Hebamme begleitet. Dort wurde sie meist von einer anderen Kollegin und dem ärztlichen Team weiter betreut.
• Auch von den verlegten Frauen konnten 52,7 Prozent in der Klinik spontan entbinden. In den anderen Fällen wurde die Geburt operativ beendet.
• Die Kaiserschnittrate lag bei 4 Prozent, bezogen auf alle in dieser Studie erfassten Geburten.
• Die große Mehrheit der Neugeborenen war gesund. 99 Prozent aller erfassten Neugeborenen hatten nach einer Minute einen APGAR-Wert zwischen 8 und 10. (Der APGAR-Wert bestimmt den Vitalitätszustand des Neugeborenen. Ab 8 von 10 Punkten geht es dem Baby bestens.)
• Die perinatale Mortalität betrug 0,16 Prozent. Darin sind auch die Todesfälle enthalten, in denen die Geburt eines nicht überlebensfähigen Kindes bewusst außerklinisch geplant und durchgeführt wurde. (Bundesdurchschnitt für alle Geburten, klinisch und außerklinisch: 0,5 Prozent.)
• Die Dammschnittrate aller in der Studie erfassten Geburten (inklusiver der in die Klinik verlegten vaginalen Geburten) beträgt 5,8 Prozent.
• 87 Prozent aller Erstgebärenden, die vaginal geboren haben, hatten keinen Dammschnitt und/ oder Dammriss III. bis IV. Grades.

• 95,6 Prozent der Gebärenden (darunter auch diejenigen, die während der Geburt in eine Klinik verlegt wurden) konnten ohne nachgeburtliche Probleme das Wochenbett beginnen (das heißt: ohne Plazentalösungs-Störung, ohne komplizierte Geburtsverletzungen oder verstärkte Blutungen).


Die guten Ergebnisse scheinen sich herumzusprechen: Seit einigen Jahren steigt die Zahl von Geburten in Geburtshäusern und zu Hause langsam aber kontinuierlich an.
Die Analyse basiert auf einer repräsentativen Datengrundlage von 42.154 Geburten aus den Jahren 2000 bis 2004. Darin sind alle außerklinisch begonnenen Geburten erfasst. Die Ergebnisse decken sich mit internationalen Studien.

(“A German Study”, 5-Jahres-Studie 2000-2004. Außerklinische Geburtshilfe in Deutschland. Hrsg.: Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe, Hans Huber Verlag, 2007, ISBN 978-3-456-84427-5; 19,95 Euro)
Mit freundlicher Erlaubnis der QUAG aus der Broschüre “Zu Hause und im Geburtshaus”.

Sollten Sie Interesse an einer außerklinischen Geburt haben oder Sie wollen mehr darüber erfahren, dann kontaktieren Sie uns frühzeitig (am Besten ab dem positiven Schwangerschaftstest).




 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




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